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„Queere Kunst in der DDR?“: Ausstellung in Leipzig zeigt Leben zwischen Untergrund und Anpassung

exhibition · 2026-10-15

Die Ausstellung „Queere Kunst in der DDR?“ ist derzeit in der Galerie der Universität Leipzig am Augustusplatz zu sehen, nachdem sie zuvor im Berliner Kunstverein Kvost präsentiert wurde. Kurator Stephan Koal hat die Ausstellung nach mehr als drei Jahren intensiver Recherche zusammengestellt. Im Mittelpunkt stehen fünf Holz- und Linolschnitte von Jürgen Wittdorf aus dem Jahr 1963. Die Biografien von neun Künstlern werden vorgestellt, darunter Toni Ebel, geboren 1881, die vermutlich die dritte Person weltweit war, die eine erfolgreiche geschlechtsangleichende Operation durchlief. Obwohl der Paragraf 175 1968 abgeschafft wurde, blieb Homosexualität ein Tabuthema. Harry Hachmeister, 1979 in Leipzig geboren, verknüpft historische Perspektiven mit der heutigen Zeit. Der Katalog umfasst private Fotos, Zeitungsartikel und Stasi-Dokumente.

Key facts

  • Die Ausstellung „Queere Kunst in der DDR?“ ist nach der ersten Station im Berliner Kunstverein Kvost nun in der Galerie der Universität Leipzig am Augustusplatz zu sehen.
  • Kurator Stephan Koal recherchierte über drei Jahre zu queeren Kunstpositionen in der DDR.
  • Jürgen Wittdorf erhielt 1963 von der Stadt Leipzig den Auftrag für einen Zyklus „Jugend und Sport“ für die Deutsche Hochschule für Körperkultur; es entstanden fünf großformatige Holz- und Linolschnitte.
  • Der Holzschnitt „Unter der Dusche“ zeigt sieben junge Sportler und lässt sich homoerotisch lesen.
  • Die Ausstellung zeichnet Biografien von neun Kunstschaffenden nach, darunter Toni Ebel, Andreas Fux, Jochen Hass, Dorothea von Philipsborn, Erika Stürmer-Alex, Rita „Tommy“ Thomas, Jürgen Wittdorf und Egon Wrobel.
  • Toni Ebel, 1881 geboren, war vermutlich die dritte Person weltweit, bei der eine geschlechtsangleichende Operation erfolgreich durchgeführt wurde; ihr Gemälde „Wald bei Templin“ von 1956 wurde später für 300 Euro bei Ebay versteigert.
  • 1968 wurde der Homosexualität kriminalisierende Paragraf 175 aus dem Strafgesetzbuch der DDR gestrichen und durch den „Jugendschutzparagrafen“ ersetzt.
  • Die Homosexuelle Interessengemeinschaft Berlin versuchte ab 1973, sich zu organisieren, scheiterte aber an staatlichen Hürden; in den 80er-Jahren boten evangelische Kirchengemeinden Schutzräume.
  • Harry Hachmeister, 1979 in Leipzig geboren, verbindet in der Ausstellung die historischen Positionen mit der Gegenwart.

Entities

Artists

  • Jürgen Wittdorf
  • Stephan Koal
  • Toni Ebel
  • Magnus Hirschfeld
  • Dora Richter
  • Charlaque
  • Andreas Fux
  • Jochen Hass
  • Dorothea von Philipsborn
  • Erika Stürmer-Alex
  • Rita „Tommy“ Thomas
  • Egon Wrobel
  • Harry Hachmeister
  • Grit Hachmeister
  • Christoph Tannert
  • Rosa von Praunheim
  • Wolfgang Tillmans
  • Albrecht Dürer
  • Thomas Eakins

Institutions

  • Kvost
  • Kunstverein Ost
  • Universität Leipzig
  • Deutsche Hochschule für Körperkultur
  • Schwules Museum
  • Homosexuelle Interessengemeinschaft Berlin
  • Stasi
  • Galerie ASPN
  • Projektraum für aktuelle Kunst Putte
  • Museum der bildenden Künste Leipzig
  • Institut für Sexualwissenschaft
  • Ebay
  • Monopol

Locations

  • Leipzig
  • Deutschland
  • Berlin
  • Augustusplatz
  • Neu-Ulm
  • Palermo
  • Italien
  • Templin
  • DDR

Sources