PFAS-Lobbyismus: Strategien der Chemieindustrie gegen EU-Verbot
Eine umfassende Untersuchung offenbart, wie Chemiefirmen ein drohendes Verbot von PFAS-Chemikalien in der EU durch massive Lobbyarbeit und gezielte Fehlinformationen untergraben. Diese als 'Ewigkeitschemikalien' bezeichneten Stoffe reichern sich seit 70 Jahren nahezu unreguliert in der Umwelt sowie im menschlichen Körper an. Einige Verbindungen, wie PFOA, sind als krebserregend eingestuft und wurden bereits verboten. 2023 offenbarte 'The Forever Pollution Project' das Ausmaß der Kontamination: Eine interaktive Karte dokumentierte über 23.000 belastete Messpunkte in Europa. Eine umfassende Regulierung scheitert an der Vielzahl der Stoffe, da die EU-Chemikalienagentur ECHA für die Bewertung von nur 24 PFAS über drei Jahre benötigte. Der Artikel ist in der neuesten Ausgabe des Freitag erschienen.
Key facts
- PFAS werden seit 70 Jahren nahezu unreguliert in der Umwelt und im menschlichen Körper angereichert.
- PFOA, ein PFAS-Stoff, gilt als krebserregend und wurde bereits verboten.
- 2023 verzeichnete 'The Forever Pollution Project' europaweit über 23.000 kontaminierte Messpunkte.
- Die EU-Chemikalienagentur ECHA würde für die Einzelprüfung aller PFAS-Verbindungen mehrere hundert Jahre benötigen.
- Die Bewertung von nur 24 PFAS-Substanzen als Umweltschadstoffe dauerte über drei Jahre.
- Chemiekonzerne nutzen Desinformation und massiven Lobbydruck, um ein EU-Verbot zu verhindern.
- Die Strategie umfasst Täuschen, Verzögern und Verhindern.
- Der Artikel wurde von Marisa Becker im Freitag veröffentlicht.
Entities
Institutions
- EU-Chemikalienagentur ECHA
- The Forever Pollution Project
- Der Freitag
Locations
- Europa