Marcel Fratzscher: Kündigungsschutz nicht schuld an Wirtschaftsflaute
Der Koalitionsausschuss tagt am heutigen Mittwoch, während die Wirtschaftslobby auf eine Lockerung des Kündigungsschutzes drängt, um Wachstum zu fördern. Start-up-Verbandschefin Verena Pausder fordert eine „Gründerschutzzone“ ohne Kündigungsschutz, und Ökonom Moritz Schularick will ihn für alle mit einem Jahreseinkommen über 100.000 Euro abschaffen. In Talkshows und Leitartikeln wird die These verbreitet, Deutschlands Wirtschaftsprobleme seien auf zu bequeme Beschäftigte und starres Arbeitsrecht zurückzuführen. Der Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher widerspricht dieser Diagnose vehement und argumentiert, dass die Debatte von den eigentlichen Ursachen der schwächelnden Konjunktur ablenke. Er nennt stattdessen andere Gründe für die wirtschaftliche Schwäche, ohne diese im vorliegenden Text weiter auszuführen. Das Gespräch führt Patrick Kaczmarczyk für die Freitag.
Key facts
- Koalitionsausschuss tagt am heutigen Mittwoch
- Wirtschaftslobby fordert weniger Kündigungsschutz
- Verena Pausder fordert Gründerschutzzone ohne Kündigungsschutz
- Moritz Schularick will Kündigungsschutz für Einkommen über 100.000 Euro streichen
- Marcel Fratzscher widerspricht der Diagnose, Kündigungsschutz sei Wachstumshindernis
- Fratzscher nennt andere Gründe für schwächelnde Konjunktur
- Debatte lenkt laut Fratzscher von eigentlichen Problemen ab
- Gespräch von Patrick Kaczmarczyk für die Freitag
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