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Liechtenstein: Fürstenhaus-Veto blockiert Ende des Abtreibungsverbots

opinion-review · 2026-09-29

Im Fürstentum Liechtenstein blockiert seit Jahren das Vetorecht des Fürstenhauses eine Reform des Abtreibungsrechts, obwohl das Parlament für eine Fristenregelung gestimmt hat und die Mehrheit der Bevölkerung als „pro choice“ betrachtet wird. Ein 2011 durch die Initiative „Hilfe statt Strafe“ erzwungenes Referendum über die Aufhebung des Abtreibungsverbots endete mit einem Sieg des amtierenden Erbprinzen Alois, der sein Veto einlegte. Frauen sind seither gezwungen, für Schwangerschaftsabbrüche ins Ausland zu reisen. Laut einem Bericht stehen hinter diesem Stillstand eine wohlhabende Milliardärsfamilie und eine Drohung des katholischen Fürstenhauses, das Land zu verlassen. Liechtensteins politisches System ist eine Mischung aus Demokratie und Monarchie, in der das Volk durch häufige Referenden Gesetze erlässt, die der Fürst mit seinem umfassenden Vetorecht annullieren kann. Seit 1921 haben die Fürsten von Liechtenstein lediglich drei Notverordnungen und zwei Vetos erlassen, was bis zur Initiative 2011 funktionierte. Martin Leidenfrosts Artikel im Freitag beleuchtet, weshalb in Liechtenstein eine einzige Person über das Abtreibungsverbot entscheidet.

Key facts

  • In Liechtenstein müssen Frauen zum Schwangerschaftsabbruch weiterhin ins Ausland fahren.
  • Das Parlament hat für eine Fristenlösung gestimmt, die aber nicht umgesetzt wurde.
  • Die Initiative „Hilfe statt Strafe“ erzwang 2011 ein Referendum über ein Ende des Abtreibungsverbots.
  • Erbprinz Alois siegte 2011 mit seinem Veto gegen die Liberalisierung.
  • Das katholische Fürstenhaus positionierte sich „pro life“, die demokratische Mehrheit „pro choice“.
  • Liechtenstein hat ein Zwitter-System aus Demokratie und Monarchie mit direktdemokratischen Referenden.
  • Der Fürst besitzt ein allumfassendes Vetorecht gegen Gesetze des Volkes.
  • Seit 1921 gab es nur drei Notverordnungen und zwei fürstliche Vetos.
  • Hinter dem Stillstand stehen eine Milliardärsfamilie und eine Drohung des Fürstenhauses, das Land zu verlassen.
  • Der Artikel erschien im Freitag und stammt von Martin Leidenfrost.

Entities

Artists

  • Martin Leidenfrost
  • Erbprinz Alois

Institutions

  • Freitag
  • Initiative „Hilfe statt Strafe“
  • Fürstenhaus Liechtenstein
  • Parlament Liechtenstein

Locations

  • Liechtenstein
  • Fürstentum Liechtenstein

Sources