Drei neue Bücher beleuchten Sigmund Freud als Stilisten und Zeitdiagnostiker
Drei neue Bücher bieten einen ungewöhnlichen Blick auf Sigmund Freud: Der Begründer der Psychoanalyse betrachtete Biografen als Lügner, sammelte Witze und vermutete, dass die Jungen sein Erbe gefährden würden. Diese Werke zeigen ihn als stilistischen Meister und Zeitkritiker und stellen die Frage, ob sein Konzept des „Unbehagens in der Kultur“ auch heute relevant ist. In einem weiteren Buch kritisiert Kathrin Fischer, die seit Jahren in Podcasts gegen die Achtsamkeitsideologie argumentiert, nun auch schriftlich. Sie behauptet, dass „Achtsamkeit“ kaum mit Zen zu tun hat und sieht sie als neoliberale Ideologie, die das persönliche Wohlbefinden zum sozialen Imperativ erhebt. Für mehr Informationen verweist der Artikel auf die aktuelle Ausgabe des Freitag.
Key facts
- Drei neue Bücher zeigen Sigmund Freud aus einer ungewohnten Perspektive.
- Freud hielt Biografen für Lügner, sammelte Witze und ahnte, dass die Jungen sein Werk demolieren würden.
- Die Neuerscheinungen präsentieren den Vater der Psychoanalyse als Stilisten und Zeitdiagnostiker.
- Der Artikel fragt, ob Freuds „Unbehagen in der Kultur“ für heute taugt.
- Kathrin Fischer bekämpft die Achtsamkeitsideologie seit Jahren in einem Podcast und nun auch in einem Buch.
- Fischer zufolge hat „Achtsamkeit“ mit Zen, aus dem sie angeblich stammt, so wenig zu tun wie die Armee der Baumarkt-Buddhas.
- Für Fischer ist Achtsamkeit eine neoliberale Ideologie der „neuen Mittelklasse“ und neben der Ideologie der Rechten der andere „Geschmacksverstärker für Ich-Gefühle“ (Joseph Vogl).
- Die vermeintlich private Praxis wird als kulturelle Technik beschrieben, die persönliches Wohlbefinden zum politisch wirksamen sozialen Imperativ macht.
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Artists
- Sigmund Freud
- Kathrin Fischer
- Joseph Vogl
Institutions
- Freitag