Amazon schließt Mechanical Turk: Jeff Bezos' "künstliche künstliche Intelligenz" endet
Amazon stellt seine Crowdworking-Plattform Mechanical Turk zum 30. September ein. Der 2005 gestartete Dienst, dessen Name auf den historischen Schachtürken anspielt, ermöglichte es Unternehmen, menschliche Arbeitskräfte für Aufgaben einzusetzen, die Computer nicht bewältigen konnten – oft für nur wenige Cent pro Aufgabe. Hunderttausende sogenannte Turker arbeiteten unsichtbar im Hintergrund, um Webseiten zu betreiben und Daten zu verarbeiten. Amazon-Gründer Jeff Bezos bezeichnete das System einst als "künstliche künstliche Intelligenz", da die vermeintlich automatisierte Intelligenz in Wahrheit von Menschen erbracht wurde. Der Artikel argumentiert, dass Mechanical Turk das Ausbeutungsmodell etablierte, das heute Systeme wie ChatGPT überhaupt erst ermöglicht: Die unsichtbare menschliche Arbeit im Hintergrund von KI-Anwendungen. Vielleicht, so die These, seien Tech-Unternehmen 2005 ehrlicher gewesen als heute. Die Schließung der Plattform macht dieses schmutzige Geheimnis der KI-Industrie sichtbar. Der vollständige Artikel erscheint in der aktuellen Ausgabe des Freitag.
Key facts
- Amazon schließt die Plattform Mechanical Turk am 30. September.
- Mechanical Turk wurde 2005 von Amazon gestartet.
- Der Dienst ermöglichte es, menschliche Arbeitskräfte für Aufgaben einzusetzen, die für Computer zu schwierig waren.
- Hunderttausende arbeiteten unsichtbar für wenige Cent pro Aufgabe.
- Jeff Bezos nannte den Dienst "künstliche künstliche Intelligenz".
- Der Name Mechanical Turk bezieht sich auf den historischen Schachtürken.
- Die Plattform wird als Wegbereiter des Ausbeutungsmodells hinter heutiger KI wie ChatGPT beschrieben.
- Der Artikel erscheint in der aktuellen Ausgabe des Freitag.
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