Ex-Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger warnt vor KI-Massenüberwachung
Die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übt heftige Kritik am neuen Sicherheitspaket, das am Mittwoch vom Bundeskabinett unter der Leitung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) beschlossen wurde. Dieses Gesetz ermöglicht es Polizei- und Migrationsbehörden, biometrische Daten aus dem Internet, wie Urlaubsfotos aus sozialen Medien oder Aufnahmen von Protesten, zu speichern und zu analysieren. Zudem wird der Einsatz von KI-Software wie Palantir zur automatischen Auswertung vorgesehen. Leutheusser-Schnarrenberger warnt vor einem „unglaublich tiefen Eingriff“ in die Grundrechte und befürchtet, dass die Maßnahmen weitgehend „unter dem Radar“ ablaufen. Datenschützer:innen weisen darauf hin, dass die geplanten Regelungen gegen EU-Recht und das Grundgesetz verstoßen. Leutheusser-Schnarrenberger war von 1992 bis 1996 und von 2009 bis 2013 im Amt.
Key facts
- Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Gesetzesentwurf von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) beschlossen.
- Polizei- und Migrationsbehörden sollen künftig biometrische Daten aus dem Internet speichern und auswerten dürfen.
- KI-Software wie Palantir soll zur automatischen Datenanalyse eingesetzt werden.
- Sabine Leutheusser-Schnarrenberger war von 1992 bis 1996 und 2009 bis 2013 Bundesjustizministerin.
- Datenschutzrechtler:innen sehen einen Verstoß gegen EU-Recht und das Grundgesetz.
- Leutheusser-Schnarrenberger warnt vor einem tiefen Eingriff in die Grundrechte.
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