ARTFEED — Contemporary Art Intelligence

Arte-Doku über den Fall Mortara: Ein jüdischer Junge, vom Vatikan entführt

other · 2026-05-10

Der Historienfilm „Die Bologna-Entführung – Geraubt im Namen des Papstes“ schildert die wahre Begebenheit des siebenjährigen Edgardo Mortara, der 1858 von kirchlichen Behörden in Bologna aus seiner jüdischen Familie entführt und nach Rom gebracht wurde. Der Grund dafür war eine angebliche Nottaufe, die ein christliches Dienstmädchen durchgeführt hatte, was gemäß vatikanischem Recht eine Erziehung durch die Eltern ausschloss. Der Film dokumentiert den verzweifelten Einsatz der Eltern, Momolo und Marianna, die sich öffentlich und politisch für die Rückkehr ihres Sohnes einsetzen. Edgardo selbst konvertiert schnell zum Katholizismus, während Papst Pius IX. den Jungen als religiöses Symbol in einer Zeit politischer Umwälzungen sieht. Der Fall zieht internationale Aufmerksamkeit auf sich und wird zum Sinnbild des Konflikts zwischen kirchlicher Autorität und liberalen Ideen des 19. Jahrhunderts. Der Film wird am 10. Mai auf Arte ausgestrahlt und ist bis zum 8. Juni in der Arte-Mediathek abrufbar.

Key facts

  • Der Film erzählt die Entführung des jüdischen Jungen Edgardo Mortara im Jahr 1858.
  • Edgardo wurde von kirchlichen Behörden aus Bologna nach Rom entführt.
  • Grund war eine angebliche heimliche Taufe durch ein christliches Dienstmädchen.
  • Die Eltern Momolo und Marianna kämpften verzweifelt um die Rückkehr ihres Sohnes.
  • Edgardo bekannte sich sofort zum Katholizismus.
  • Papst Pius IX. nahm persönlich Anteil an Edgardos Schicksal.
  • Der Fall wurde zum Symbol für den Konflikt zwischen Kirche und Aufklärung.
  • Der Film ist ab 10. Mai bei Arte und in der Mediathek bis 8. Juni verfügbar.

Entities

Artists

  • Paolo Pierobon
  • Anna Camerlingo

Institutions

  • Arte
  • Vatikan

Locations

  • Bologna
  • Italien
  • Rom

Sources