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Jochen Volz über kuratorische Praxis und institutionelle Transformation an der Pinacoteca de São Paulo

opinion-review · 2026-07-10

Jochen Volz, Generaldirektor der Pinacoteca de São Paulo seit 2017, reflektiert in einem Essay über Ausstellen als Praxis des Zuhörens und der Fürsorge. Er kritisiert historische Museen als Filter hegemonialer Narrative und plädiert für offene, partizipative Ausstellungsformen. Die Pinacoteca habe in den letzten Jahren ihre Sammlungspolitik grundlegend revidiert: Indigene, afrobrasilianische und populäre Kunst wurden konsequent integriert, lineare Chronologien durch experimentelle Dialoge ersetzt. Ein konkretes Beispiel ist die Erarbeitung kommentierter Wandtexte für Werke indigener Künstler:innen, die interpretative Autorität teilen. Volz betont, dass Sichtbarkeit nachhaltige Strukturen erfordert und dass Museen ihre eigene Unabgeschlossenheit annehmen müssen. Der Kunsthistoriker, der zuvor am Portikus, Instituto Inhotim, den Serpentine Galleries und als Co-Kurator der 53. Biennale di Venezia sowie Kurator der 32. Biennale von São Paulo wirkte, erhielt 2017 den Agnes Gund Curatorial Award.

Key facts

  • Jochen Volz ist seit 2017 Generaldirektor der Pinacoteca de São Paulo.
  • Die Pinacoteca de São Paulo ist das älteste Kunstmuseum Brasiliens.
  • Volz war Co-Kurator der 53. Biennale di Venezia 2009 mit Daniel Birnbaum.
  • Er kuratierte die 32. Biennale von São Paulo 2016 mit Fokus auf Ökologie und indigene Perspektiven.
  • 2017 kuratierte er den brasilianischen Pavillon der 57. Biennale di Venezia.
  • Volz war Teil der Findungskommission der documenta 15.
  • Er erhielt 2017 den Agnes Gund Curatorial Award von Independent Curators International, New York.
  • Die Pinacoteca erarbeitet kommentierte Wandtexte für Werke indigener Künstler:innen.

Entities

Artists

Institutions

Locations

  • Braunschweig
  • Frankfurt am Main
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  • São Paulo
  • London
  • Venedig
  • Italien
  • New York
  • USA

Sources